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10.08.11 08:32
Biodiversität auf den Ackerflächen

Wo die Alternativen blühen

Von: Andreas Hacker

Es ist wohl derzeit einer der schönsten Äcker auf der Alb: Oberhalb von Granheim blühen auf etwa 60 Ar Blumen. Der Anbau ist ein Versuch, es geht um eine Alternative zum Mais für Biogasanlagen.

Zuerst kamen die Malven, jetzt sind viele Blumen am Blühen und machen den Acker oberhalb von Granheim zu einem der schönsten auf der Alb. (Foto: Hacker)

Mit zwei Flächen beteiligt sich Martin Rapp aus Granheim am Versuch des Kreisbauernverbands Reutlingen und der Jägervereinigung Münsingen, Alternativen zum Einsatz von Mais in Biogasanlagen zu entwickeln. Gefördert vom Landesprogramm Plenum für Projekte zur nachhaltigen Regionalentwicklung geht es um den Anbau von Blühmischungen - mit 60 Ar am Waldrand bei der Schöttlehütte in Richtung Bremelau und mit knapp 50 Ar bei Erbstetten ist Rapp einer von sieben Landwirten, die dafür Fläche bereitstellen.

Hintergrund des auf zwei Jahre angelegten Versuchs ist der Boom der Biogasanlagen, in dessen Folge auch der Maisanbau in der Region rasant gestiegen ist - im Kreis Reutlingen von 1100 Hektar im Jahr 2000 auf jetzt 3300, im Alb-Donau-Kreis von 5574 Hektar 2003 auf 11 004 Hektar im Jahr 2010. Das wird aus ökologischen Gründen kritisch gesehen: Als problematisch gelten die Verschlechterung der Bodenfruchtbarkeit, die Abnahme der Biodiversität auf den Ackerflächen, die Gefahr der Nitratauswaschung ins Grundwasser. Mais hat außerdem im Frühjahr nach der Saat und im Herbst vor der Ernte ein hohes Wildschadenspotenzial, weil er fürs Schwarzwild aufgrund der Nahrung und der Deckung, die er bietet, sehr attraktiv ist. Wildschadenersatz ist teuer, und fürs Landschaftsbild sind große Maisflächen nicht schön.

Plenum fördert deshalb 2011 im Biosphärengebiet gleich zwei Vorhaben zur Erforschung von Alternativen: die Aussaat der Blühmischungen und den Anbau von Silphie, einem etwa zwei Meter hoch wachsenden Korbblütler aus Nordamerika. Die Blühmischungen stammen von der bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau in Veitshöchheim, bestehen aus 15 bis 20 verschiedenen Pflanzen und wurden mit Blick auf die wichtigen Parameter Biodiversität, den Beitrag zum Naturschutz, und Biomasseertrag als Faktor für die Wirtschaftlichkeit der Biogasanlage optimiert.

Im ersten Jahr wird die Blühmischung nur ausgesät, nicht geerntet. Das ist erst für 2012 vorgesehen, zuvor kommen Experten aus Veitshöchheim zur weiteren Optimierung am Standort. Und auch ein freier Biologe schaut vorbei und untersucht die Bedeutung der Blühpflanzen auf Insekten.

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