WG Metzingen-Neuhausen zufrieden mit dem Geschäftsjahr
Spätfrost Anfang Mai, lange Trockenperioden und ein vermeintlich zu kühler Sommer, die Voraussetzungen für das vergangene Weinjahr hätten kaum schwieriger sein können. Doch was sich auf den ersten Blick als wenig optimal darstellte, ging doch noch gut aus, wie sich während der Generalversammlung der Weingärtnergenossenschaft Metzingen-Neuhausen am Freitagabend herausstellte.

- Positives haben die Weingärtner zu berichten, allerdings geht der Trend von der Literflasche weg hin zur kleineren Variante. (Foto: Jan Zawadil)
Laut dem Vorstandsvorsitzenden Jörg Waldner ist nämlich der Regen gerade noch rechtzeitig gekommen. Und auch die Trauben hätten letztlich beste Bedingungen vorgefunden, sodass mit der Lese sogar zwei bis drei Wochen früher als üblich begonnen wurde. Während die Erntemenge im Vergleich zum Vorjahr nochmals zulegte und 105 Kilo pro Ar gelesen wurden, kann sich die Weingärtnergenossenschaft nicht nur erneut auf einen guten kommenden Jahrgang freuen, auch der Umsatz legte im vergangenen Jahr um 5,3 Prozent zu, was Waldner zu dem Fazit kommen ließ: "Wir werden jedes Jahr ein bisschen besser." Die Umsatzmarke von einer Million Euro sei trotzdem noch nicht ganz erreicht, was sich im Jahr 2014 jedoch ändern könne. Voraussetzung hierfür seien allerdings ausreichend Trauben.
Was die Wengerter und Genossenschaftsmitglieder zusätzlich besonders freut, sind die Auszahlungspreise. Denn laut Waldner habe ein Hektar rund 15.000 Euro eingebracht, was einem Preis pro Kilo Trauben von rund 1,50 Euro entspreche. Damit würde die Weingärtnergenossenschaft Metzingen-Neuhausen weit über dem Durchschnitt in Württemberg oder besser gesagt sogar an der Spitze liegen, weshalb der Vorstandsvorsitzende erklärte: "Die Arbeit im Weinberg lohnt sich."
Nachdem die Entwicklung der Vinothek weiterhin positiv ist, und auch der Lebensmittelhandel zunehmend Gefallen an Metzinger Weinen in seinem Sortiment findet, plagt die Genossenschaft trotzdem die Entwicklung in Sachen Ein-Liter-Flaschen. "Ein deutlicher Rückgang von 22 Prozent auf rund 100 000 Flaschen", sagte Waldner sei hier nämlich im vergangenen Jahr zu verzeichnen gewesen, was unter anderem Indiz für ein verändertes Trinkverhalten hin zur Dreiviertel-Liter-Flasche sei.
"Es war ein hervorragendes Weinjahr, am Ende hat alles gepasst", meinte Neuhausens Ortsvorsteherin Lili Reusch am Freitagabend. Und während die Wengerter angesichts der Sorgen und Ängste über das Jahr letztlich gut davongekommen seien, würden die Zeichen auf Erfolg stehen, auch wenn die Herausforderungen in Zukunft Kraft und Ausdauer erforderten.
Die qualitativ hochwertigen Weine lobte außerdem Oberbürgermeister Dr. Ulrich Fiedler. Wobei die immer stärker auf den Weinkarten der Restaurants der Region zu finden seien und auch in der Bevölkerung zunehmend anders wahrgenommen würden. "Die Weingärtnergenossenschaft ist ein unglaublich wichtiger Verbund für die Stadt", erklärte Fiedler dementsprechend weiter. Denn nicht nur, dass die Weine Werbung für Metzingen machen, die Wengerter würden auch einen guten Teil dessen pflegen, was Stadt und Landschaft ausmacht.
Jemand, der in den vergangenen Jahrzehnten das Geschick der Weingärtnergenossenschaft maßgeblich mitgeprägt hat, will sich zum Ende des Geschäftsjahrs in den Ruhestand verabschieden. Kündigte Genossenschaftsgeschäftsführer Max Hagmeyer doch seinen Rückzug an.
Nachfolger wird der Vorstandsvorsitzende Jörg Waldner werden, der dann beide Ämter in Personalunion bekleiden soll.
Darüber hinaus bestätigte die Generalversammlung am Freitagabend Martin Koch als Vorstand sowie Thomas Rümmelin und Winfried Koch als Aufsichtsräte in ihren Ämtern.













