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07.07.11 00:00
Aktualisierte Freizeit- und Wanderkarte

Wandern auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Münsingen

Von: Nina Merkle / Redaktion

Region. Seit fünf Jahren ist der ehemalige Truppenübungsplatz bei Münsingen für Spaziergänger geöffnet. Eine neue militärhistorische Karte schärft den Blick der Besucher für die Sehenswürdigkeiten am Wegesrand.

Bei der Vorstellung der aktualisierten Wanderkarte: Joachim Lenk, Wolfgang Wiedemann und Landrat Heinz Seiffert

Von den vier Aussichtstürmen auf dem ehemaligen Münsinger Truppenübungsplatz überblickt man das Gelände. Mehr als 30 000 Schafe bevölkern das 6500 Hektar große Areal. Die Natur hat sich in den vergangenen rund 110 Jahren ein Refugium geschaffen. Doch nicht nur Natur, sondern auch militärische Hinterlassenschaften sind auf dem Gelände zu finden. Gemeinsam mit dem Verleger Wolfgang Wiedemann hat der Journalist Joachim Lenk diese Zeugnisse der militärischen Vergangenheit dokumentiert und damit eine Wanderkarte gestaltet.

Seit fünf Jahren ist der ehemalige Truppenübungsplatz in Münsingen geöffnet. Auf rund 50 Kilometern befestigten Wegen können sich Wanderer, Fahrradfahrer und Inlineskater austoben. Von 1885 bis 2005 war der Zugang nur für Soldaten möglich. "Ich kann mich noch erinnern, dass wir früher die Schüsse gehört haben", erzählte Landrat Heinz Seiffert, der im angrenzenden Magolsheim geboren wurde und als kleiner Junge geheime und mitunter gefährliche Ausflüge auf das Areal unternommen hat. Noch heute liegen auf dem Truppenübungsplatz Blindgänger. Die explosiven Fundstücke werden einmal im Jahr kontrolliert gesprengt. "Deswegen darf man auch nicht alle Wege betreten", erklärte der Landrat. Ranger patrouillieren an den Wegesrändern. Hinweisschilder machen auf die Gefahren aufmerksam. Für Verstöße gegen die Parkordnung werden vierstellige Bußgeldbeträge fällig.

Doch die militärische Nutzung hatte auch ihr Gutes. Von intensiver Landwirtschaft, Straßenbau und Flurbereinigung blieb das so genannte Münsinger Hardt weitgehend verschont. Durch die Beweidung mit den Schafen ist eine Landschaft erhalten worden, die im 19. Jahrhundert auf der Schwäbischen Alb üblich war. Urtümliche Hang- und Schluchtwälder liegen in den Tälern und den kleinen Berghängen. Zwischen alten Panzerspuren wachsen Blumen, und seltene Tiere tummeln sich am Weg. "Wegen der vielen seltenen Käfer lohnt es sich wirklich vom Fahrrad abzusteigen", meint der Landrat.

Die Freizeit- und Wanderkarte führt die Ausflügler vorbei an den vier stählernen Aussichtstürmen. Wer sich zutraut, die Treppen zu erklimmen, dem eröffnet sich der Blick über den Übungsplatz. Die Rückseite der Karte informiert über Sehenswürdigkeiten und die Geschichte des Truppenübungsplatzes. 70 Bilder illustrieren die Gegend. Dreidimensional aufgepeppt, sind auf der Vorderseite die begehbaren Wege eingezeichnet. Zudem sind die Wege des Schwäbischen Albvereinsdargestellt, damit man die Möglichkeit hat, Ausflüge in die Landkreise Alb-Donau und Reutlingen zu unternehmen. Eingezeichnet sind zudem die Haltestellen des Biosphärenbusses.

Der Biosphärenbus verkehrt sonn- und feiertags vom 1. Mai bis zum dritten Sonntag im Oktober. Drei Mal pro Tag umrundet er den Truppenübungsplatz. Start und Ziel ist der Bahnhof in Münsingen. Zustiegsmöglichkeiten gibt es zum Beispiel in Feldstetten, Ennabeuren und Breithülen. Die Fahrt kostet zwei Euro. 

Info:
Die Wanderkarte kostet 6,90 Euro und erscheint im Wiedemann-Verlag
 
Münsingen. Sie ist hier im Shop erhältlich.

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