Teilen |
28.09.11 09:48
Mit Bollerwagen und Trommel

Streuobstwiesenpflege mal anders: Dettinger Schüler konstruieren Apfelauflesemaschine

Von: Mara Sander

"So macht die Apfelernte Spaß" sind der 15-jährige Nathan Kuntsch und der 13-jährige Friedrich Eberle aus Dettingen überzeugt. Zusammen haben sie eine Apfelauflesemaschine konstruiert und gebaut. Die Idee entstand sozusagen beim gemeinsamen Mosten der Eltern.

Die beiden Dettinger Nathan Kuntsch und Friedrich Eberle sind erfinderisch: Sie bauten eine Apfelauflesemaschine. (Foto: Mara Sander)

Weil das Einsammeln der Äpfel den beiden nicht allzu viel Spaß machte, überlegten sie sich eine Lösung, um die Arbeit zu vereinfachen. Nathan, der gerne mit Holz werkelt und traditionelles Handwerksgerät bevorzugt, entwarf einen Plan nach dem Vorbild einer ähnlichen Maschine. Friedrich hatte Anregungen dazu und half mit bei der Konstruktion.

Die beiden verwendeten alte Schranktüren, Palettenholz und Blech vom Schrottplatz für einen Rechen, dazu einen Bollerwagen und 1375 Nägel als Material, nicht zu vergessen Sackleinen als Abfederung für die Deichsel. Herzstück ist die große Trommel, die an den Bollerwagen gehängt wird und mit den Nägeln bestückt ist, deren Köpfe nach dem Einschlagen entfernt werden mussten. Sie picken die Äpfel auf, die mit der Drehung dann über das handgeformte Rechenblech in den Bollerwagen abgestreift werden. Dabei wird auch das teilweise mitgerupfte Gras ausgefiltert. Faule Äpfel sortiert einer der beiden während des laufenden Vorgangs und beim Abfüllen in die Säcke aus. Sobald der Bollerwagen voll ist, wird das schmale Seitenteil entfernt, und die Äpfel rollen auf eine Schütte, mit der dann die Säcke gefüllt werden.

Gut eine halbe Tonne Äpfel haben die beiden schon eingesammelt und da sie das Gerät zu zweit bedienen, macht es doppelten Spaß. Etwa die Hälfte Zeitgewinn ist natürlich auch dabei, der sich aber noch steigern lässt, wenn noch Kleinigkeiten verbessert werden. Beim Testlauf musste hier und dort zwar noch Hand angelegt und das Gerät nachgebessert werden. Aber es funktionierte. Mit ihrer Erfindung haben die beiden Dettinger gleich mehrere Ziele erreicht: zum einen wurde aus Restmaterialien Neues gebaut, die Arbeit fällt nun wesentlich leichter und der eigene Apfelsaft, der im "Bag in Box"-Verfahren abgefüllt wird, schmeckt freilich umso besser.

Produkte im Shop