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04.05.11 13:18
Es fehlt an Nachwuchsschäfern

Schwäbische Alb: "Die Schäferei ist ein hartes Brot"

Von: Maria Bloching, swp

Region. Schafe gehören zum Landschaftsbild der Schwäbischen Alb. Doch trotz reichem Vorkommen von Wacholderheiden wird die Beweidung immer schwieriger. Außerdem fehlt es an Nachwuchsschäfern.

Auf dem Digelfeld fühlt sich Schäfermeister Stefan Fauser wie seine Schafe wohl. Foto: Maria Bloching

Stefan Fauser ist in seinem Element, wenn er mit seinen Schafen auf Wanderschaft geht. Hier draußen auf dem Hayinger Digelfeld fühlt nicht nur er sich wohl, sondern auch seine Tiere, mit denen er auf der Suche nach saftigem Grün derzeit umherzieht.

"Schon als kleiner Junge wollte ich Schäfer werden. Damals war ich mit meinem Opa Adolf unterwegs, der neben meinem Vater Ernst immer noch im Betrieb tätig ist", erzählt der 26-jährige Schäfermeister. Mit ihm hat die Schäferei in der Familie Fauser auch in der siebten Generation eine Zukunft, allerdings ist der Betriebsalltag längst nicht mehr mit früher zu vergleichen. "Herbst- und Winterweiden gab es einst zur Genüge, heute werden sie immer knapper. Deshalb sind die Schäfer auf einen Stall angewiesen." Den Standort in Pfronstetten betreibt die Schäferei Fauser bereits in der dritten Generation. Im Sommer werden die Herden mit derzeit 1600 Mutterschafen auf verschiedenen Heiden wie auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz, beim Hayinger Digelfeld und rund um Pfronstetten gehütet.

Für die Beweidung der Landes- und Gemeindeflächen erhält der Betrieb eine Prämie, denn es wird schließlich auch wertvolle Pflegearbeit geleistet. Schwieriger sieht es mit futterreichen Wiesen aus: "Unsere Schafe brauchen energiereiches Futter und das gibt es eben nur auf Wiesen", erklärt Fauser. Doch die Pachtpreise werden von Biogasanlagenbetreibern in die Höhe getrieben und so verliert die Schäferei nach und nach wichtige Futterstellen. Mitunter trägt auch dies dazu bei, dass viele Schäfereien nicht gerade optimistisch in die Zukunft sehen. "Nur noch wenige junge Leute entschließen sich für den Schäferberuf", weiß Stefan Fauser.

Für ihn war es nie eine Frage - er wollte schon immer den Familienbetrieb weiterführen. Das ist keine Selbstverständlichkeit: "Manche raten ihren Nachkommen sogar davon ab, in die Schäferei einzusteigen." Dem jungen Mann ist es wichtig aufzuzeigen, dass der Beruf weit mehr zu bieten hat, als nur auf der Schippe zu lehnen und seiner Herde beim Fressen zuzusehen. "Die Schäferei ist ein hartes Brot. Nur große Betriebe haben eine Chance und müssen Verbraucher von der Güte des Lammfleisches überzeugen." Bewusst hält Fauser Merino-Landschafe, die sich durch gute Marschfähigkeit und Wetterbeständigkeit auszeichnen. In der Kreuzung mit Schwarzkopf und Soufflok liefern sie hervorragendes Fleisch und können darüber hinaus das ganze Jahr Junge gebären: "So können wir ständig junges Lammfleisch liefern. Wir schlachten die Lämmer zwischen dem fünften und sechsten Monat."

Zucht ist ein Thema, das im Ausbildungsplan zum Schäfer steht. Weiterhin wird gelernt, wie man Krankheiten erkennt, wie Hunde ausgebildet werden, welches Gelände geeignet ist, wie Geburtshilfe und die Lammversorgung funktioniert und was bei der Klauenpflege zu beachten ist. "Von einer 40-Stunden-Woche sind wir weit entfernt", lacht der junge Schäfer, der vor zwei Jahren seinen Meister absolvierte. Doch wer die Natur so liebt wie er, ist in seinem Beruf richtig. "Ich bin mein eigener Chef und habe ständig meine Tiere um mich. Natürlich gibt es auch hier Stress, aber der unterscheidet sich wesentlich von dem in der freien Wirtschaft." Mantel und Hut sind sein Erkennungszeichen, natürlich darf auch die Schäferschippe nicht fehlen. Anders als früher hat der Schäfer heute stets sein Handy am Mann, so kann er von der Weide aus seinen Betrieb managen und manchmal auch Hilfe rufen, wenn es nötig ist.

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