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06.07.11 09:53
Rund um die Uhr über die Alb

Rotary-Club wandert für guten Zweck

Von: SWP

Gewandert wird rund um die Uhr, quer durchs Biosphärengebiet, 76 Kilometer weit, und das für einen guten Zweck: Die 24-Stunden-Wanderung des Rotary Club Münsingen findet am 16./17. Juli statt.

Aufbruch auf Schloss Mochental zur Biosphärenwanderung 2010 mit 100 Teilnehmern. (Foto: Gisela Keller)

Sie ist die vierte seit 2008 und für viele frühere Teilnehmer inzwischen zu einem sommerlichen Highlight geworden. Schon im April war die Obergrenze von 100 Wanderern erreicht. Und mehr sollen es auch in Zukunft nicht werden, denn die Münsinger Rotarier setzen nicht auf Masse sondern auf Klasse: auf ein Naturerlebnis der besonderen Art, reizvolle Strecken und Verpflegung mit Stil. Vom zu erwartenden Erlös von über 7000 Euro gehen 3500 Euro an das Jugendprojekt "Alpenüberquerung". Den verbleibenden Rest erhält das "Zentrale Knochenmarkspender-Register Deutschland" in Ulm.

Wer die Gesamtstrecke von Schloss Lichtenstein über Trochtelfingen, Lautertal, Truppenübungsplatz und Sontheimer Höhle bis in den Klosterhof Blaubeuren geschafft hat, der hat nicht nur einen Sieg über müde Muskeln und schmerzende Füße errungen sondern vor allem gegen viele schwache Momente - insbesondere während der Nachtstunden - angekämpft.

Ähnliches vermittelt eine Alpenüberquerung: Die Idee, einer Jugendgruppe dieses Erfolgserlebnis zu ermöglichen, wurde bei der Suche des Clubs nach einem geeigneten Spendenprojekt geboren. In Zusammenarbeit mit dem Jugendmigrationsdienst Münsingen hat dann die Idee konkrete Züge angenommen. Gerade erst haben neun Jugendliche ihre zweitägige Probewanderung in den Bergen bestanden und können dem Ernstfall in den Sommerferien beruhigt entgegensehen. Mit insgesamt 7000 Euro liefern die Wanderungen über die Alb 2010 und 2011 die finanzielle Basis für den Weg über die Alpen.

Zwei verschiedene regionale oder auch internationale Projekte profitieren jeweils vom Erlös der sportlichen Rotary-Aktion. So konnten 2008 alte Feldkreuze in Zwiefalten restauriert werden und das Straßenkinderprojekt des Kirchenbezirks Münsingen in Kenia erhielt eine Bücherei und einen Computerraum. 2009 wurden die Münsinger Tafel und der Verein Schwäbische Alb-Bahn bedacht, 2010 war es neben dem Alpenprojekt der Mukoviszidose-Förderverein Ulm. Insgesamt wurden bisher rund 20 000 Euro an Spenden erwandert.

Kaum ist eine Biosphärenwanderung abgeschlossen, beginnt schon die Planung für die nächste. Karl Eberhardt, der einstmals die Idee für das erfolgreichste Projekt des Clubs hatte, muss beim Austüfteln der sieben bis acht einzelnen Abschnitte neben dem Zeitrahmen von genau 24 Stunden viele Kriterien berücksichtigen: Wünschenswert sind eine Burg oder ein Schloss als Startpunkt und ebenso ein besonderer Ort zum Abschluss. Diese sollten nicht weniger als 70 Kilometer auseinander liegen - aber auch nicht viel mehr mit Rücksicht auf weniger gut trainierte Teilnehmer. Berg und Tal gehören zur Alb - aber starke Steigungen auf den letzten Kilometern vor dem Ziel verderben den Spaß. Genauso wie harte asphaltierte Wege, wenn die Beine eigentlich nicht mehr wollen.

Auf dem Hohenneuffen, der Achalm und Schloss Mochental gab es in den vergangenen Jahren den Vitamindrink zum Auftakt. In der Wimsener Mühle, im Kloster Urspring und am Schopflocher Moor feierten die Angekommenen nach 24 Stunden ihre Leistung bei Weißwürsten und Bier. Dank zahlreicher Sponsoren wird es auch in diesem Jahr vom Apfelsaftschorle gegen den Durst bis zum Ziegenkäse aufs nächtliche Vesperbrot ein schmackhaftes und reichhaltiges Angebot aus regionaler Produktion geben.

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