Rekordernte bei Äpfel und Birnen auf der Alb
Grabenstetten ist vom Klima begünstigt und besitzt fruchtbare Böden. Deswegen fahren Obstbaumbesitzer zumeist gute Ernten ein. Doch dieser Herbst schlägt alles, eine Rekordernte steht ins Haus.

- Georg Lamparter bei der Apfelernte auf der Wiese beim Rathaus. (Foto: Regine Lotterer)
Über das Wetter in diesem Jahr hat es wahrlich viele Klagen gegeben. Zu warm, zu kalt, zu nass. Doch für das Gedeihen von Äpfel und Birnen war die Witterung nachgerade ideal, wie Obstexperte Georg Lamparter aus Grabenstetten sagt. Beispielsweise das trockene Frühjahr: Ohne Regen konnten jene Pilze nicht gedeihen, die die von allen Obstbauern gefürchtete Schorfkrankheit auslösen.
Die Wärme wiederum, die im Frühjahr vorherrschte, behagte den Insekten, weswegen viele Blüten an den Obstbäumen bestäubt wurden. Dem nassen Juli und August ist es hingegen geschuldet, dass die Früchte zumeist deutlich größer sind als gewöhnlich. Anders gesagt: Die Grabenstetter fahren dieses Jahr eine Rekordernte ein, mancher Ast an den Apfel- und Birnbäumen ist ob der schweren Last sogar schon gebrochen.
Auch wenn die frühen Sorten mittlerweile eingebracht sind, herrscht an der Obstannahmestelle vor der Raiffeisenbank nach wie vor Hochbetrieb, schließlich werden auch auf der Alb bis in den Oktober hinein Äpfel aufgelesen und geschüttelt.
Wer allerdings jedes Jahr eine gute Apfelernte einbringen möchte, sagt Georg Lamparter, sollte sich genau überlegen, für welche Sorte er sich entscheidet. "Jede hat ihre Stärken und Schwächen." Wer beispielsweise Wert auf ungespritztes Obst lege, sei mit den so genannten Re-Sorten gut beraten. Diese wurden in Dresden-Pillnitz gezüchtet und verfügen über große Widerstandskraft gegen Krankheiten wie Schorf, Mehltau und Feuerbrand. Außerdem setzt ihnen Frost während der Blüte nicht so sehr zu wie älteren Sorten.
Überdies, erklärt Georg Lamparter, tragen diese Bäume jedes Jahr Früchte, was freilich zu Lasten des Holzwachstums gehe. Der Experte rät aus diesem Grund zunächst so genannte Stammbilder zu pflanzen, die dann nach fünf bis sechs Jahren umgepfropft werden.
Wer sehen möchte, wie alte und neue Sorten gedeihen, ist gut beraten, die Baumwiese hinter dem Grabenstetter Rathaus zu besichtigen. Sieben Apfel- und drei Birnensorten wachsen dort auf einem gemeindeeigenen Grundstück, gepflegt werden sie von Georg Lamparter, der die Bäume vor elf Jahren veredelte. Auch sie tragen heuer reichlich Früchte, von einem Baum konnte Lamparter bereits 200 Kilo ernten. Ähnliche Mengen sind auch von anderen Bäumen zu erwarten.













