Neuer Bienenlehrpfad in Dettingen
Eine Königin mit ihrem fleißigen Bienenvolk konnten Interessierte am Sonntag bei der Führung am neuen Bienenlehrpfad in Dettingen hautnah sehen. Er beginnt kurz hinter dem Wanderparkplatz oberhalb des Schützenhauses und führt als Rundweg über zehn Stationen mit Blumenwiese und Wildbienenstand. Dr. Gerhard Liebig von der Landesanstalt für Bienenzucht an der Universität Hohenheim nahm die Königin in die Hand um sie allen zu zeigen, vor allem aber gab er einen faszinierenden Einblick in die Bienenwelt.

- Die Bienen haben in Dettingen eine neue Heimat gefunden. (Foto: Mara Sander)
In Deutschland gibt es rund 70.000 Imker mit etwa zwei Millionen Bienenvölkern. Acht Völker mit jeweils 3.000 bis 4.000 Bienen haben jetzt ihre Heimat am Lehrbienenstand auf dem Bienenlehrpfad. Beides haben die Mitglieder vom Bezirksimkerverein Metzingen in rund 900 Stunden innerhalb eines Monats angelegt und gebaut. Aus einer kompletten Wildnis haben sie einen informativen Treffpunkt für Bienenfreunde und solche, die es werden wollen, geschaffen. Ein Bienenvolk unter Glas ist ebenso zu sehen wie es Bienenstöcke, ein Wildbienenhotel und umfangreiche Informationen auf den Schautafeln gibt. Alle Mühe und Arbeit hat sich gelohnt, denn entstanden ist eine Unterrichtseinheit über Bienen, die sicher nicht nur Schulklassen nutzen werden. Jeder kann sich informieren und die faszinierende Bienenwelt näher kennenlernen.
Und vielleicht kommt mancher auf die Idee, sich auch dem Hobby Bienenzucht zu widmen. 15 Kilo Honig pro Volk sind wahrscheinlich, aber auch die doppelte Menge und mehr, je nach Größe des Bienenvolks. Das ist mehr als eine Familie selbst verbraucht, "ein schwäbisches Hobby, das nicht so viel kostet und bei dem man sogar noch etwas verdienen kann", so Imker Frank Buchholz. Wobei das mit dem Verdienen nicht im Vordergrund steht, aber ein nützlicher Nebeneffekt sein kann. "Und es kann ein Hobby für die ganze Familie sein", ergänzt seine Frau Astrid. Wenn nämlich alle etwas mithelfen, können sie die Freizeit trotzdem gemeinsam verbringen. Die Kinder sind ebenfalls begeistert von der Bienenwelt und den Produkten, die daraus für den Eigenbedarf gewonnen werden wie Wachskreide oder Lippenpflegestift. Der Bienenlehrpfad mit Lehrbienenstand trage dazu bei, den "Faden zur Umwelt, den wir verloren haben, wieder aufzunehmen", so Wolfgang Budweg in seinem Grußwort als stellvertretender Bürgermeister. Der Bienenlehrpfad sei ein gelungenes Projekt, das mit Ideenreichtum, schwäbischer Tatkraft, Fördermitteln, dem von der Gemeinde zur Verfügung gestellten Grundstück und hohem ehrenamtlichen Einsatz entstanden ist, so Budweg.
Ulrich Schröfel, Grünflächenberater im Landkreis Reutlingen und selbst Imker, wies darauf hin, dass mit dem Bienenlehrpfad neben Kirschenlehrpfad und Birnenweg nun eine weitere regionale Informationsmöglichkeit über die natürliche Umgebung bestehe und das Projekt zum Erhalt der Streuobstwiesen beitrage. Paul Eberle und sein Team vom Bezirksimkerverein freuten sich über das große Interesse bei der offiziellen Eröffnung des Bienenlehrpfads und würden gerne neue Imker in ihren Reihen begrüßen. Anfang nächsten Jahres beginnt ein neuer Anfängerkurs zur Bienenhaltung.
Mehr Informationen sind unter www.imkerverein-metzingen.de abrufbar.













