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14.07.10 15:38
Was haben „Dornröschen“ und die „Venus vom Hohlen Fels“ gemeinsam?

Naturseife mit Ziegenmilch

Von: Tabea Knabe

Alte Möbel verleihen dem Seifenlädle in alten Gundershofer Pfarrhaus eine Atmosphäre zum Wohlfühlen und Verweilen. (Foto: Tabea Knabe)
Die Naturseifen aus Ziegenmilch gibt es mittlerweile in mehr als 40 verschiedenen Sorten. (Foto: Tabea Knabe)

Im alten Gundershofener Pfarrhaus ist ein besonderes Kleinod entstanden: Das Seifenlädle in dem Cindy Diesch, die in der Nähe zusammen mit ihrem Mann den "Gundershofer Goißahof" betreibt, ihre Seifen mit Ziegenmilch selbst herstellt und verkauft.

Davon überzeugten sich auch zahlreiche Besucher, die am Sonntag, 04. Juli 2010, zum „Tag des offenen Dorfes“ nach Gundershofen kamen. Bei strahlendem Sonnenschein gaben die Gundershofer ihren Gästen einen Einblick in ihren Alltag: Holz fällen, Schafe hüten, Brot backen und eben auch Seife sieden standen an diesem Tag auf dem Programm.

Wobei „Seife sieden“ nicht der richtige Ausdruck ist. Früher musste man die Seifenzutaten stundenlang kochen um Seife zu gewinnen. Doch dieses Verfahren ist längst überholt. In der Gundershofer Seifensiederei wird das schonende „Kaltverfahren“ angewendet. Dadurch bleiben alle Mineralstoffe, Spurenelemente und das natürliche Glyzerin erhalten.

Die hochwertigen Öle und Fette werden vorsichtig geschmolzen. Dann wird die hauseigene Ziegenmilch mit Natronlauge versetzt. Anschließend wird alles vermischt, bevor weitere Zutaten wie ätherische Öle, Kräuter, Heilerde, Meersalz oder Honig zugesetzt werden. Die Seifen bestehen nur aus natürlichen Zutaten. Als Basisöle dienen Olivenöl, Sonnenblumenöl, Rapsöl, Kokosfett, Palmfett. Weiter sind Kakaobutter, Sheabutter, Jojobaöl, Mandelöl, usw. enthalten, um die Seifen noch pflegender zu machen. Die fertig gemischte Seife wird in Formen, wie z.B. Blumen oder Figuren, gefüllt, die jedem Seifenstück ein individuelles Aussehen verleihen. Anschließend muss jedes Stück 4-6 Wochen reifen, bevor es in den Verkauf kommt.

Mittlerweile sind über 40 verschiedene Sorten entstanden von „Dornröschen“ über Gärtnerseife und Meersalzseife in verschiedenen Duftrichtungen bis zur „Meerjungfrau“. Ein besonderes Highlight ist die „Venus vom Hohlen Fels“ – benannt nach der mutmaßlich ältesten bislang bekannten Menschenfigur der Welt, die von Tübinger Archäologen in der Nähe von Schelklingen gefunden wurde.

Auf das „Seife sieden“ ist Cindy Diesch durch eine Fernsehsendung gekommen. „Als gelernte Köchin interessiert mich alles, was man in der Küche machen kann. Eines Tages zeigte eine Bäuerin in einer Sendung, wie sie in ihrer Küche Seife herstellt. Das hat mein Interesse geweckt und ich habe begonnen mich weiter zu informieren. Kurze Zeit später habe ich erfahren, dass man statt Wasser im Prinzip jede Flüssigkeit nutzen kann, um Seife herzustellen – eben auch Ziegenmilch.“

Familie Diesch züchtet auf dem "Gundershofer Goißahof" seit 1994 Ziegen, genauer gesagt Anglo-Nubier Ziegen. Die Milch dieser Rasse ist besonders wertvoll, weil sie hohe Fett- und Eiweißwerte aufweist. „Besonders für Menschen wie mich, die eine sehr trockene und empfindliche Haut haben, ist die Ziegenmilch-Seife geeignet, weil sie besonders cremig, pflegend und rückfettend ist. Die Zeiten, in denen sich meine Haut nach dem Duschen wie ein Reibeisen angefühlt hat, gehören der Vergangenheit an“, erzählt Cindy Diesch.

Dass sie mit dieser Meinung nicht allein steht, zeigt die ständig steigende Zahl von Kunden, die extra nach Gundershofen kommen, um Ziegenmilch-Seife zu kaufen. Regelmäßig ist Cindy Diesch auch auf den Märkten in der Region zu finden, wie am Sonntag, 25. Juli 2010, auf dem „neigschmeckt“-Markt in Reutlingen.

Seifen im Alb-Biosphaere Shop
Eine Auswahl an Seifen von Cindy Diesch finden Sie in unserem Shop.

 

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