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12.06.11 21:40
Aus dem Herzstück des Biosphärengebiets

Münsinger Hardtschwein-Wurst sogar in Berlin

Von: Joachim Lenk, swp

Jetzt gibt es verschiedene Wurstsorten in Dosen aus dem Biosphärengebiet. Genauer gesagt vom Münsinger Hardtschwein, das auf dem ehemaligen Übungsplatz erlegt wurde.

Produzent und Förster mit den verschiedenen Wurstkonserven. Foto: Joachim Lenk

Auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Münsingen gibt es eine Menge Wildschweine. Zu Zeiten, als dort noch das Militär das Sagen hatte, wurden die Schwarzkittel während der schießfreien Zeiten gejagt. Seit das 6500 Hektar große Areal das Herzstück des Biosphärengebiets Schwäbische Alb ist, bewirtschaftet der Bundesforstbetrieb Heuberg das Schwarzwild nach einem gemeinsam mit dem Naturschutzbund Deutschland (Nabu) aufgestellten Jagdkonzept. "Dieses sieht eine effiziente, aber gleichzeitig störungsarme Jagdausübung vor", informiert Dietmar Götze vom Bundesforstbetrieb Heuberg. Dabei werden die Vorgaben des Biosphärengebiets, wildbiologische, waldbauliche und naturschutzfachliche Aspekte berücksichtigt, versichern die beiden dort zuständigen Revierförster Georg Herrendorf und Walter Krug.

Die unberührten Bannwaldflächen, die naturnahen Buchenmischwälder und die als Schafweideflächen genutzte Offenlandbereiche ermöglichten es den Wildschweinen, ungestört ihren natürlichen Lebensgewohnheiten nachzugehen. "Durch vier Jagden pro Jahr wird der Schwarzwildbestand auf ein ökologisch verträgliches Niveau reguliert", sagen die Förster. Sie versichern, dass "die stressfreie Erlegung der Tiere" eine hohe Fleischqualität garantiere.

Herrendorf und Krug weisen den Jägern, die aus dem ganzen süddeutschen Raum auf die Schwäbische Alb kommen, auf dem teilweise noch stark munitionsverseuchten ehemaligen Schießplatz den Weg. "Damit den Jägern und auch den Wanderern nichts passiert", sagen die Förster.

Inzwischen habe es sich herumgesprochen, dass die Fleisch- und Wurstprodukte der Münsinger Frischlinge, Überläufer und Keiler sich durch ihren geringen Fettgehalt, die minimale Schadstoffbelastung und zahlreiche Mineralstoffe auszeichnen, macht Götze Werbung. "Das Veterinäramt bestätigt uns immer wieder, dass unsere Tiere keine Schweinepest haben und auch nicht radioaktiv belastet sind", versichert der Chef des Bundesforstbetriebes.

Deshalb kam er auf die Idee, "Das Münsinger Hardtschwein - aus dem Herzstück des Biosphärengebietes" als Markennamen eintragen zu lassen. In Römerstein fand Götze den Metzgermeister Karl-Heinz Mutschler, der seit diesem Jahr die Tiere zu Fleischkäse, Kochmettwurst, Leberwurst, Leberpastete und Schinkenwurst in Dosen verarbeitet. Götze, dem es besonders die Leberpastete angetan hat, berichtet stolz, dass diese Produkte aus dem Biosphärengebiet inzwischen sogar in den Feinkostregalen bei KaDeWe in Berlin, bei Käfer in München und in der Markthalle in Stuttgart zu finden sind.

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