Im Biosphärengebiet entwickelt sich nachhaltiges Denken
Zum Fachgespräch mit dem Thema "Landwirtschaft, Naturschutz und Tourismus im Biosphärengebiet" hatte Beate Müller-Gemmeke, Grünen-MdB, in den Seminarraum der Hopfenburg eingeladen.

- Beate Müller-Gemmeke (Mitte) führte am Dienstagabend im Seminarraum der Hopfenburg ein Fachgespräch mit Vertretern aus den Bereichen Tourismus, Naturschutz und Landwirtschaft. (Foto: Reiner Frenz)
Acht Tage lang ist die Bundestagsabgeordnete Beate Müller-Gemmeke auf "Grüner Albtour" unterwegs. Sie besucht Betriebe und Organisationen, führt eine Vielzahl von Gesprächen. Am Dienstagnachmittag war das Hofgut Hopfenburg in Münsingen ihr Ziel und hierher hatte sie am Abend eine Reihe von kompetenten Gästen zum Fachgespräch eingeladen. "Landwirtschaft, Naturschutz und Tourismus im Biosphärengebiet" lautete das Thema, zu dem unter anderem Petra Bernert, Leiterin der Geschäftsstelle des Biosphärengebiets, Wolfgang Schütz vom Tourismusverband Mythos Schwäbische Alb, Gebhard Aierstock, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes, Elke Weidinger, die Leiterin des Kreislandwirtschaftsamts und Barbara Lupp von der BUND-Regionalgeschäftsstelle Neckar-Alb eingeladen waren.
Müller-Gemmeke erinnerte daran, dass die Grünen bereits 2002 gesagt hätten, dass ein Biosphärengebiet Schwäbische Alb eine Riesenchance sei, dass so Naturschutz und Tourismus zusammengebracht werden können. Heute erkenne sie, dass viele tolle Ideen entstanden seien, dass Riesenengagement bestehe, dass nachhaltiges Denken wie beim Hopfenburg-Projekt sich entwickle. Aber sie höre bei ihren Gesprächen, dass es immer noch Widerstände gegen das Biosphärengebiet gebe, vor allem aus der Landwirtschaft heraus. Es sei also noch einiges an Überzeugungsarbeit zu leisten. Petra Bernert betonte, dass die Ziele des Biosphärengebiets mit Einbindung der Bevölkerung entwickelt werden, womit dieses so bunt werde wie das menschliche Leben. Wolfgang Schütz nannte es einen Vorteil gegenüber anderen Biosphärengebieten, dass man die meisten der Akteure, die zu dessen Entwicklung beitragen, schon kennen würde. Von einer guten Entwicklung des Biosphärengebiets sprach Gebhard Aierstock. Ihm ist es wichtig, dass den Menschen klar gemacht werde, dass man Nachhaltigkeit anstrebe. Aber es sei dennoch sehr wohl eine effiziente Entwicklung gewollt, in der Landwirtschaft, im unternehmerischen und sozialen Bereich. In der Landwirtschaft werde man auch in Zukunft Vielfalt haben, zeigte sich Aierstock überzeugt.
Barbara Lupp bemängelte, dass der Naturschutz im Biosphärenbeirat "nicht gut aufgestellt" sei. Kritisch betrachtet sie auch die Möglichkeiten, das Biosphärengebiet mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu bereisen. Elke Weidinger nannte das Biosphärengebiet eine Chance für alle Beteiligten. Einzelne Konfliktbereiche müsse man noch ausdiskutieren. Naturschutz sei nur dann durch die Landwirtschaft möglich, wenn die Betriebe ökologisch solide dastehen würden.
Andreas Hartmaier, Hopfenburg-Initiator und Pro Münsingen-Vorsitzender, sprach davon, dass viele Menschen über das Biosphärengebiet wenig wüssten, angefangen bei dessen Grenzen bis hin zu angeblich eingeschränkten Baugenehmigungen. Er betonte, dass man auf der Hopfenburg sanften Tourismus fördere, Klimaschutz praktiziere, heimische Baustoffe verwende, Ausbildungsstellen für behinderte Jugendliche anbiete. Seit eineinhalb Monaten beherberge man Urlauber, von denen die meisten wegen des Biosphärengebiets kommen. Eines seiner Ziele sei es, dass man im Urlaub auf der Alb ohne Auto auskommen könne. Hartmaier erntete für die Hopfenburg viel Lob. So sprach Wolfgang Schütz von einem Leuchtturmprojekt und Petra Bernert nannte es beispielhaft.
Weitere Themen, die in der Diskussion angeschnitten wurden, waren die Windkraft, die für eine Veränderung der Landschaft auch im Biosphärengebiet sorgen könnte, der Ausbau von Radwegen, der Flächenverbrauch und das Potential von Energieeinsparung.













