Filzpantoffel fürs Biosphärenzentrum
Münsingen. Braun mit Schäfle oder grau mit Spirale: Wenn Besucher über die Landkarte im Biosphärenzentrum gehen wollen, müssen sie das in Filzpantoffeln tun. Gefertigt sind sie natürlich aus Biosphären-Wolle.

- Zwei Designs: Die großen Überschuhe sind grau mit Spirale, die kleineren braun mit Schäfle. Foto: swp
Nicht bloß die geschichtsträchtigen Böden in Schlössern und Burgen müssen vor Fußtritten geschützt werden. Auch die begehbare Landkarte im neuen Biosphärenzentrum am Eingang des Alten Lagers darf nicht mit bloßen Schuhen betreten werden: Schließlich soll sie ja eine Weile halten, die Gegend darauf immer gleich gut erkennbar sein.
Also müssen Pantoffeln her, so Tobias Brammer von Biosphärenteam. Eine Katalogbestellung der gängigen Riesenpuschen kam natürlich nicht in Frage. Denn das Biosphärengebiet selbst bietet ja alles, was es für die Pantoffeln braucht, sind also ein Projekt ganz nach der Biosphären-Philosophie - Nachhaltigkeit und regionale Wertschöpfung.
Vier Filzerinnen - Roswitha Metzger und Heike Gosetti aus Offenhausen, Ulrike Werz aus Würtingen und Daniela Flöte aus Ödenwaldstetten - erhielten den Auftrag: Hergestellt werden mussten die insgesamt 60 Paar Schuhe selbstverständlich aus Wolle von Schafen, die in der Region grasen.
Mit Elisabeth Mollenkopf hatte man schnell eine Partnerin gefunden. In Pfullingen grasen ihre 500 Bergschafe und Bergschafkreuzungen - helle, graubraune, kamelfarbene und tief dunkelbraune. Die Wolle der Tiere ist etwas länger als die anderer Schafe und lässt sich deshalb ausgesprochen gut verfilzen. Elisabeth Mollenkopf lässt die Wolle mit österreichischem Bergwasser waschen, dann wird sie kardiert, also gekämmt, im Pfullinger Hofladen verkauft. Neben Privatleuten sind vor allem Schulklassen ihre Kunden und jetzt auch das Biosphärenteam.
Gemeinsam mit den vier Filzerinnen hat es sich für zwei verschiedene Farben und Designs - Eigenkreationen der Frauen - entschieden: braun mit Schäflein für die kleine Größe, grau mit Spirale für die große Größe.
Die Arbeit ist aufwendig. Für ein Paar Schuhe braucht Roswitha Metzger fünf Stunden. Sie ist angetan von der Bergschafwolle, da die sich nicht bloß sehr gut, sondern auch zu einem festen Material verarbeiten lässt. Und das braucht es für die Pantoffeln. Denn die werden ja ganz schön strapaziert und sollen eine Weile halten. Letzter Arbeitsgang der Filzerinnen: eine Rasur der Schuhe, damit die langen Haare verschwinden, die Oberfläche schön gleichmäßig ist.
Das Biosphärenzentrum wird am Samstag, 23. Oktober, offiziell eingeweiht. Vielleicht kann man ja an diesem Tag auch den Filzerinnen über die Schulter schauen.












