Fahrplanmäßiger Güterverkehr nach Münsingen
Münsingen. Darauf haben die Macher der Schwäbischen Alb-Bahn seit eineinhalb Jahren hingearbeitet: Von dieser Woche an gibt es auf der Alb wieder fahrplanmäßigen Güterverkehr, und zwar an drei Tagen die Woche.

- Lok "Erika" läuft im Verladebahnhof Oberheutal ein. Fotos: Reiner Frenz
"Das ist schon eine kleine Sensation", freut sich Bernd-Matthias Weckler, 1. Vorsitzender der Schwäbischen Alb-Bahn mit Sitz in Münsingen. Seit eineinhalb Jahren bemühen sich Weckler und seine Mitstreiter darum, den vor sieben Jahren mit dem Abzug der Bundeswehr stillgelegten Schienengüterverkehr wiederzubeleben. Mit Erfolg. Von dieser Woche an gibt es auf der Alb wieder einen fahrplanmäßigen Güterverkehr.
Möglich geworden ist dies, weil es Weckler in vielen Verhandlungen und Gesprächen gelang, mit DB Schenker den bestmöglichen Partner für dieses Unterfangen zu gewinnen. "Schenker hat uns jetzt mit der Gebietsvertretung beauftragt", erzählt der leidenschaftliche Eisenbahner, der im Hauptberuf Chef der Münsinger Tourist-Information ist.
Montags, Mittwochs und Freitags sind von dieser Woche an Schienentransporte möglich, wobei es vier Ladestellen gibt, die größte und weitaus am besten geeignete - Lkws können beispielsweise hier in einem Zug umdrehen - im Oberheutal zwischen Münsingen und Mehrstetten, drei weitere in Münsingen selbst, in Marbach und im Gewerbepark Haid. Von hier aus ist es möglich, Güter auf den ganzen Kontinent zu verschicken. "Wir sind ins europäische Gütersystem eingetaktet", sagt Weckler. Das bedeutet: In rund 15 Stunden kann ein Transport von Münsingen aus beispielsweise Hamburg oder Bremerhaven erreicht haben.
Diesellok "Erika", die im Rahmen der Kooperation mit der Deutschen Bahn in Münsingen "in Pflege" steht, wie es Weckler formuliert, übernimmt die Fahrt von der Alb nach Schelklingen, wo die Güterwaggons an reguläre Bahnloks angehängt werden. Die Köf III - Kleinlokomotive mit Ölfeuerung - war es auch, die am Freitagabend die ersten vier Waggons von Schelklingen auf die Alb hochzog. Sie hat 240 PS Leistung und eine Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h, war bei der Bahn vor allem zu Rangierzwecken im Einsatz.
Am Dienstag werden die vierachsigen Wagen der Gattung "Roos" im Oberheutal beladen, und zwar mit Holzstämmen aus den Wäldern bei Bremelau und Bad Urach, die bereits bereit liegen. "Das ist die umweltschonendste Art der Beförderung", betont Weckler und diese sei besonders im Biosphärengebiet Schwäbische Alb wünschenswert. Schließlich verbrauchen Bahnen erheblich weniger Energie pro beförderter Tonne Fracht als Lastwagen und sie setzen auch nur ein Viertel des Klimagases CO2 pro transportierter Tonne und Kilometer frei.
Transportiert werden können natürlich nicht nur Baumstämme, sondern auch Container, Schüttgut oder andere Rohstoffe.
Info: Weitere Informationen gibt es unter Telefon: 0 73 81/92 11 03 oder per E-Mail: info@bahnhof-muensingen.de












