Teilen |
24.03.11 12:13
Zwiefalter Klosterbräu braut Biosphärenbier

Ein Schluck Region

Von: Anja Mader, swp

Zwiefalten. Regional liegt im Trend. Darum braut Zwiefalter Klosterbräu ein Biosphären-Bier. Die Zutaten kommen allesamt aus dem Biosphärengebiet, gestern wurde ein langfristiger Erzeugervertrag unterschrieben.

Landwirt Manfred Schmelcher, Peter Baader von Zwiefalter Klosterbräu und Rainer Fritz, Geschäftsführer von Schwabenmalz (von links), unterzeichnen den Drei-Jahres-Vertrag für das neue Biosphären-Bier. Foto: Anja Mader

"Kloster Helles" heißt das neue Bier aus dem Hause Zwiefalter Klosterbräu und es ist das Sommerpendant zum dunklen Bier "Kloster Schwarzes". Ab April ist es offiziell im Handel, und das Besondere daran ist, dass es ein Bier ist, das nur aus Zutaten aus dem Biosphärengebiet besteht.

Gestern haben Peter Baader, Juniorchef von Zwiefalter Klosterbräu, Rainer Fritz, Geschäftsführer von Schwabenmalz und der Landwirt Manfred Schmelcher aus Dapfen einen Drei-Jahres-Vertrag unterzeichnet, der eine Mindestabnahmemenge von 50 Tonnen pro Jahr zusichert und für das die Brauerei ein Aufgeld von zehn Euro pro Tonne bezahlt.

Damit wolle man den Landwirten eine langfristige Planungssicherheit bieten und sie darin bestärken, weiterhin hochwertige Rohstoffe für Lebensmittel aus der Region anzubauen, betonte Baader. Gerade der Anbau von Braugerste lohnt sich nämlich oft nicht mehr. Zum einen sind Energiepflanzen eine immer größer werdende Konkurrenz, erklärt Fritz, zum anderen wird Getreide gehandelt. Das heißt, das Kapital hat Zugang zu den Agrarmärkten, die Preise schwanken und sind vor Hedgefonds nicht sicher.

"Die Braugerste ist für die Landwirtschaft nicht mehr attraktiv", so Fritz, die Produktion in Deutschland geht darum immer mehr zurück. Landwirt Schmelcher kennt die Auswirkungen davon genau: "In den letzten zwei Jahren konnten wir nicht mal die Produktionskosten decken", erzählt er. Der nun abgeschlossene Vertrag verbessert seine Lage.

Auch die Brauerei erhofft sich natürlich eine Sicherung der Marktposition. Für kleinere Brauereien werde es immer schwieriger, sich auf dem Markt behaupten, weiß Baader; viele mussten im Lauf der vergangenen Jahrzehnte aufgeben. Darum setzt das Familienunternehmen mitunter auf solche Nischenprodukte, auf Neues und vor allem auf die Regionalität. Baader sieht das Unternehmen da in einer langen Tradition. Bereits die Mönche hätten einst die Braugerste vor den Toren des Münsters erworben, und das ist bis heute so geblieben.

Denn auch die Gerste für die anderen Biersorten kommt aus Süddeutschland, wenn es auch keine so regionale Sorte ist wie die beiden Biosphärenbiersorten. Mit denen, so Baader, "trinkt man einen Schluck Region". Und die liegt voll im Trend, wie Gerhard Klose, Dehoga-Vorsitzender Reutlingen und Chef des Stausee-Hotels ins Glems, seit geraumer Zeit beobachtet. Wegen immer wiederkehrender Lebensmittelskandale sei es den Menschen wichtig, einen Bezug zu den Lebensmitteln zu haben und Vertrauen zu den Produzenten. Die kurzen Wege machen viel aus, ebenso dass die Käufer wissen, wer die Waren herstellt.

Produkte im Shop