Die Versuchung der Venus
"Genießen an ungewöhnlichen Orten" heißt eine Reihe, in der Biosphärengastgeber aus der Region albtypische Gerichte zum Beispiel vor dem Hohlen Fels in Schelklingen servieren. Oder demnächst in Mundingen.

- Alfons und Christian Köhler (von links) mit Heinz Austermann beim Zubereiten der Vorspeise im Zelt vor dem Hohlen Fels: Vorspeise mit Variationen von Albbüffel, Schmiechtalzicklein und Landgockel. (Foto: Andreas Hacker)
"Die Leute wissen oft nicht, was sie vor der Haustür haben", sagte Alfons Köhler vom Landgasthof "Krone" in Dächingen vor rund 60 Gästen beim Benefiz-Abendessen vor dem Hohlen Felsen in Schelklingen. Gemeinsam mit Heinz Austermann von der Landgaststube in Schmiechen hat Köhler zum Start der Eventreihe "Genießen an ungewöhnlichen Orten" ein regionales Menü zusammengestellt, das eigentlich an einem wunderbaren Sommerabend vor der Grabungsstätte serviert werden sollte, dann aber wegen des Gewitters und Regens im rasch aufgestellten Zelt auf die Tische kam: Genießervariation aus dem Biosphärengebiet mit Albbüffel, Schmiechtalzicklein und schwäbischem Landgockel, gefolgt von gegrilltem Filet der Zwiefalter Lachsforelle an Alblinsengemüse mit Kräuterkartoffeln und als Dessert "Die Versuchung der Venus" - Beerenparfait im Schokonetz an Sauerrahmmus in marinierter Beerenauswahl.
Austermann und Köhler gehören - wie aus der Region auch Martin Mutschler vom Landgasthof "Krone" in Lauterach - zu den Biosphärengastgebern. Das sind 21 Gastronomen aus dem Biosphärengebiet Schwäbische Alb, die sich im Oktober 2010 im Landesgestüt in Marbach mit dem Ziel vorgestellt haben, der Gastronomie in der Region eine Zukunft zu geben: "Man spürt erst, wenn die Wirtshäuser aus den Dörfern weg sind, was einem fehlt", hatte Köhler als Beiratsvorsitzender der Biosphärengastgeber damals gesagt. Für den Koch und Ortsvorsteher von Dächingen ist der Ansatz der 21 Betriebe deshalb auch ein Versuch, das Gasthaus als Einrichtung auf der Alb zu sichern.
Die Alb soll schmeckbar sein, ist ein Anspruch der Biosphärengastgeber. Und "Hochgenuss auf Schwäbisch" eines der Versprechen. Im Zelt vor dem Hohlen Fels setzen Köhler und Austermann noch das Umfeld dazu: Die Kombination aus Kulinarischem und Historischem zeige die Vielfalt des Biosphärengebiets. Beim Benefiz-Abendessen stehen dafür Reiner Blumentritt von der Museumsgesellschaft, die von jedem Menü zehn Euro für ihre Arbeit erhält, und Maria Malina, die Grabungsleiterin. Beide führen die Gäste zwischen Schmiechtalzicklein und Lachsforelle durch den Hohlen Fels.
Was im Regen seinen Anfang nahm, wird fortgesetzt. Heinz Austermann wagt sich zwar erst wieder im nächsten Jahr mit einem Open-Air-Menü vor den Hohlen Fels, richtet aber sein Hoffest am kommenden Sonntag in Schmiechen mit Angeboten wie Älblerpfanne, Rehragout, Alblinsen oder Maultaschen ganz aufs Biosphärengebiet aus. Martin Mutschler aus Lauterach setzt in Zusammenarbeit mit der Familie Mammel auf Alblinsen im Herbst, und Alfons Köhler plant für die Zeit zwischen 19. und 25. September das nächste Angebot: Im Rahmen von Biosphärentage und Fairer Woche soll es in der Alten Säge in Mundingen hochwertiges Essen und Inhaltliches zu bewusstem Genießen geben.













