Blauhöhle soll Schauhöhle werden
Auf dem Weg zu einer Schauhöhle von europäischem Rang steht in Blaubeuren der nächste Schritt bevor. Der Gemeinderat lässt Kosten und Konzept der touristischen Erschließung der Blauhöhle untersuchen.

- Das Planungsbüro Hundhausen wird in den nächsten Wochen die günstigsten Wege für Besucher in der Blauhöhle untersuchen. Die bisherigen Planungen sehen vor, dass Touristen vom Gang "Stairway to Heaven" bis in den Mörikedom geführt werden, wo sich solch grandiose Blicke wie auf dem Foto ergeben. (Foto: Andreas Kücha)
"Wir sind doch Feuer und Flamme für die Idee einer Schauhöhle", warb Bürgermeister Jörg Seibold am Dienstagabend für weitere Planungen an einer "Schauhöhle von europäischem Rang". Schließlich gaben die Blaubeurer Stadträte Gelder in Höhe von rund 26.000 Euro frei, um zu untersuchen, wie die Höhlenräume sinnvoll und möglichst kostengünstig erschlossen werden können.
Für das weitere Vorgehen sei entscheidend, ob eine Schauhöhle überhaupt wirtschaftlich zu betreiben sei und wie man diese sinnvoll in ein touristisches Blaubeurer Gesamtprojekt einbinden könne, sagte Seibold. Die Stadt könne es sich nicht leisten, mit einer Schauhöhle Verluste zu machen. "Der finanzielle Aufwand muss bekannt sein, um verschiedene Betreibermodelle auf ihre Tauglichkeit hin überprüfen zu können."
Das Geotechnik-Büro Hundhausen, das bereits eine Machbarkeitsstudie für eine Schauhöhle erstellt hat, soll auch die weiteren Untersuchungen übernehmen. Wichtigster Punkt wird sein, den Bau eines 220 Meter langen Tunnels zu planen und die Kosten dafür zu schätzen. Die Röhre soll von einem Eingang in der Nähe der Bundesstraße am Ortsausgang von Blaubeuren zum Höhlensystem führen. Das ist voraussichtlich der teuerste Teil des Projekts, sagte die Blaubeurer Bauamtsleiterin Gudrun Pausch, die Details der bevorstehenden Untersuchungen vorstellte. Das Büro Hundhausen wird sich auch um das genaue Wege- und Stegsystem kümmern, auf dem die Besucher in einem Rundweg bis hin zu den Höhlenseen Mörikedom oder Wolkenschloss geführt werden, erläuterte Pausch. Es soll gewährleistet werden, dass das Ökosystem der Höhle durch die Besucher möglichst wenig gestört wird.
Ein weiterer Teil der Untersuchungen betrifft die nötige Infrastruktur: Wie könnte ein Eingangsbauwerk am Tunneleingang mit Kasse, Garderobe, Toiletten und Shop aussehen? Schließlich soll der Standort eines Parkplatzes geklärt werden, von dem aus Besucher sicher zur Höhle kommen und von dem aus auch andere touristische Angebote wie der Blautopf, das Urgeschichtliche Museum, das Kloster und die Altstadt erreichbar sind. Diese Aspekte sollten sich zum "Erlebnis Blauhöhle" zusammenfügen.
Während SPD und Grüne schnell dem von der Stadtverwaltung vorgeschlagenen Verfahren zustimmten, wollten die Freien Wähler und die CDU zunächst die Blauhöhle besichtigen. "Wir sind der Meinung, dass wir erst einmal sehen müssen, ob das wirklich so toll ist, dass sich ein solch großer Aufwand lohnt", argumentierte FWV-Fraktionsvorsitzender Erich Straub. Bürgermeister Seibold will fürs Frühjahr eine Besichtigung planen. Möglichst schnell über Kosten und Konzept des Projekts Bescheid zu wissen, sei trotzdem wichtig. Dafür votierten schließlich die meisten Stadträte - bei einer Gegenstimme von Hubert Bold (CDU).













