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25.10.11 14:11
Brauerei Rössle steigt als Zahler aus

Bierkulturstadt geht weiter

Von: Andreas Hacker

"Es rechnet sich für uns nicht mehr." So begründete Julius Buckenmaier von der Brauerei Rössle in der Unteren Stadt in Ehingen gestern die Entscheidung seiner Familie, künftig für das Projekt der Bierkulturstadt keine weiteren Beiträge mehr zu bezahlen. Buckenmaier spricht in diesem Zusammenhang von bis zu 3.000 Euro im Jahr.

Michael Miller, Uli Zimmermann und Julius Buckenmaier (von links) vor zwei Jahren beim Aufstellen des Wegweisers zur Bierkultur am Marktplatz. (Foto: SWP Archiv)

Damit reduziert sich der Kreis der finanziell Beteiligten auf zwei der fünf Ehinger Brauereien: die Berg Brauerei und den Brauerei-Gasthof Schwanen. Föhr aus Rißtissen hat gleich von Anfang an Nein gesagt und die Schwert-Brauerei entschied sich nach kurzem Bedenken gegen ein Engagement. Inhaltlich spielen aber alle fünf Traditionsunternehmen eine Rolle, denn das vom Stadtmarketing offensiv nach außen getragene Konzept wirbt mit einem "in ganz Baden-Württemberg einzigartigen Erlebniswert für Bier": Ehingen verfüge über noch fünf unabhängige Brauereien und wolle als Bierkulturstadt "die reiche und lebendige Bier-Historie bewusst machen, die besondere Qualität der fünf kleinen und feinen Brauereien aufzeigen und Bierkultur-Angebote mit Anspruch anbieten".

Geht es nach Schwanen-Braumeister Michael Miller und Uli Zimmermann von der Berg Brauerei, soll sich daran auch nichts ändern. "Das Potenzial des Konzepts ist viel zu groß", sagt Miller, deshalb werde es auch weitergehen. Allerdings müsse man, wenn einer rausgeht, darüber nachdenken, ob möglicherweise etwas zu verbessern ist. Das soll, bestätigt Stadtmarketingleiter Rolf Koch, in einem Gespräch mit OB Alexander Baumann voraussichtlich in der kommenden Woche geschehen. "Die Bierkulturstadt ist ein sehr sehr gutes Profilierungsmerkmal für Ehingen", sagt Zimmermann. Auch er sieht zunächst keinen direkten Nutzen für die Brauereien: "Das wird unseren Bierausstoß nicht spürbar erhöhen", aber es helfe, den an Werktagen gut ausgelasteten Ehinger Hotels auch an Wochenenden mehr Gäste zu bringen. Und es mache über die Begeisterung für das Genuss- und Nahrungsmittel Bier Ehingen bekannt: Zweifler, die anfangs eher gelächelt haben, seien am Umdenken, seit der Onkel aus Mannheim und die Freunde aus Heilbronn plötzlich anfragten, was es denn mit der Bierkulturstadt auf sich habe. "Das ist keine Wirtschaftsförderung für Brauereien", sagt Zimmermann, "sondern ein Tourismusprojekt für ganz Ehingen." Und daran mitzuarbeiten sei lohnendes Engagement.

"Wir werden darum beneidet", beschreibt Rolf Koch die Reaktionen außerhalb der Stadt auf das inzwischen auch ausgezeichnete Projekt. Ein Kamerateam, das Ehingen in den Imagefilm über Baden-Württemberg aufnimmt, die Bierkulturstadt auf der CMT neben Blautopf und Steinzeit, der Ehinger Bierkulturwanderweg unter den Top 30 in Deutschland - für Koch alles Beispiele dafür, wie das Konzept der Bierkulturstadt für Ehingen ein "unersetzliches Instrument des Marketing" geworden ist. Den Hauptteil der Kosten trage im übrigen die Stadt: "Wir haben schon bisher die Investitionen der Brauereien um mindestens den Faktor vier verstärkt."

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