Gossenzugen

Ortsteil von Zwiefalten, Landkreis Reutlingen


Möglicherweise gründete das Kloster Zwiefalten den Ort im 12. oder 13. Jh. Erstmals schriftlich erwähnt ist er 1303. Sein ursprünglicher Name war wohl „Gozzunshuben“, was „bei dem Hofgut des Gozzun“ bedeutete. Vermutlich wurde diese Bedeutung in späterer Zeit nicht mehr verstanden, so daß es um 1440 zu einer Namensumdeutung kam, wobei auf die Lage des Ortes an einem Abzugskanal bei einem Wehr angespielt wurde. Mit mehreren Nachbarorten wie Baach oder Attenhöfen gehörte Goßenzugen zum engeren Vogteibezirk des Klosters, den 1303 Herzog Friedrich von Österreich innehatte. Im späten 14. Jh. zählte er zusammen mit Gauingen, Geisingen, Hochberg, Huldstetten und Wimsen zu einem Vogteibezirk, der in der Hand der Grafen von Veringen lag. 1412 kaufte das Kloster Zwiefalten diesen Bezirk und damit  auch „Vogtei und Gericht, Zwing und Bann“ über Goßenzugen, das nun bis zur Säkularisation durch Württemberg 1802 Klosterort blieb. Anschließend war der Weiler dem württembergischen Oberamt Zwiefalten und nach dessen Auflösung 1810 dem Oberamt (1934 Landkreis) Münsingen zugeordnet. 1819 wurde Goßenzugen mit Zwiefalten zu einer Gemeinde vereinigt. Obwohl Zwiefalten sieben Jahre später als eigene Gemeinde abgetrennt wurde, blieben die bisherigen Verwaltungszuständigkeiten Goßenzugens bestehen, bis Zwiefalten 1832 die volle gemeindliche Selbständigkeit erlangte. 1938 wurde Goßenzugen dann nach Zwiefalten eingemeindet.

Foto: Wolfgang Wiedemann